Dachausbau

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Die Dachkonstruktion

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Lichtwunder Team

Experte für Dachfenster

Die Dachkonstruktion erhält oft keine Beachtung, obwohl diese für die Statik, Form und Funktion des Daches verantwortlich ist. Welche Dachkonstruktionen es gibt und welche Vor- und Nachteile sie aufweisen, erfahren Sie im Artikel.

Was ist die Dachkonstruktion?

Die Dachkonstruktion ist das Tragwerk, das alle Lasten aufnimmt - Also das Gewicht der Dacheindeckung sowie Wind- und Schneelasten. Bei Wohnhäusern besteht die Dachkonstruktion in der Regel aus Einzelgliedern aus Holz: Pfetten, Dachsparren und Balken. Je nach Grundriss, Spannweite, Dachneigung und Dacheindeckung eignen sich bestimmte Dachkonstruktionen besser als andere.

Welche Dachkonstruktionen gibt es?

Es gibt vier klassische Dachkonstruktionen: Das Sparrendach, das Kehlbalkendach und das Pfettendach, sowie das Flachdach, auch wenn es sich dabei streng genommen nicht um eine eigene Dachkonstruktion handelt. Die Wahl der Dachkonstruktion hängt sowohl von den optischen Wünschen als auch von den gebäudetechnischen Gegebenheiten ab. 



Das Sparrendach

Das Sparrendach ist eine Dachkonstruktion, mit der ein Satteldach gebildet werden kann. Dabei bildet jedes Dachsparrenpaar gemeinsam mit der Deckenkonstruktion ein unverschiebliches Dreieck, was bei Dachneigungen zwischen 30° und 60° und einer Gebäudebreite von sieben bis acht Metern für eine sehr stabile Konstruktion sorgt. Damit eignet sich diese Dachkonstruktion für die meisten Einfamilienhäuser. Sparrendächer sind relativ einfach aufgebaut: Die Konstruktion ist ohne zusätzliche Pfosten, Streben und dicke Pfetten stabil. Das bedeutet einen geringen Materialverbrauch und dementsprechend niedrigere Kosten als bei anderen Dachkonstruktionen. Da keine Pfosten aufgestellt werden müssen, um das Dach abzustützen, erhält man mit einem Sparrendach außerdem einen offen, nutzbaren Dachboden. 

Da man mit einer Sparrendachkonstruktion ausschließlich Satteldächer bauen kann, eignet sich diese Konstruktion nur für rechteckige Hausgrundrisse. Für verwinkelte Grundrissformen oder Grundrisse mit mehreren Ecken ist das Sparrendach nicht geeignet. 

Außerdem ist ein Sparrendach nur bei geringen Hausbreiten bis maximal 8 Meter und Dachneigungen zwischen 30° und 60° realisierbar. Bei größeren Breiten müssen die Sparren länger werden, sodass sie sich zu stark durchbiegen. Bei höheren oder niedrigeren Dachneigungen ist außerdem die Verbindung zwischen Sparren und Deckenkonstruktion nicht mehr stabil auszuführen, sodass kein unverschiebliches Dreieck mehr gebildet werden kann. Dachfenster, Gauben und mehr können nur eingeschränkt eingebaut werden. Muss ein Sparren unterbrochen werden, um beispielsweise ein Dachfenster einzubauen, wird ein längs verlaufender Wechsel eingebaut, der den abgeschnittenen Sparren an den beiden danebenliegenden abstützt. Da diese jetzt eine größere Last abfangen müssen, müssen sie auch größer dimensioniert werden. Nachträgliche Öffnungen in der Dachfläche lassen sich ohne großen Aufwand also in der Regel nur in den ohnehin bestehenden Lücken zwischen den Sparren einbauen. 



Das Kehlbalkendach

Das Kehlbalkendach ist eine Abwandlung des Sparrendachs, die sich auch für größere Gebäudebreiten als acht Meter eignet. Um die Durchbiegung der Sparren zu vermeiden, wird in einer gewissen Höhe ein waagerecht verlaufender Kehlbalken zwischen jedes Sparrenpaar gesetzt. Das erhöht die Stabilität und die mögliche Spannweite der Sparren. Die Kehlbalkenlage bildet einen Spitzboden, der als Lager oder anderweitige Nutzfläche verwendet werden kann. 



Das Pfettendach

Beim Pfettendach liegen die Dachsparren auf längs verlaufenden Hölzern, den sogenannten Pfetten, auf. Es gibt immer eine Fuß- und eine Firstpfette. Bei besonders großen Sparrenlängen werden zusätzlich eine oder mehrere Mittelpfetten eingebaut. Pfettendächer sind die flexibelste Dachkonstruktion, da hiermit nahezu alle Grundrissformen, Dachneigungen und Spannweiten realisierbar sind. Auch Gauben und Dachfenster können an beliebiger Stelle und in beliebiger Größe eingebaut werden. 

Die Pfetten liegen auf den Außenmauern des Hauses auf. Ab einer gewissen Hauslänge müssen sie aber auch noch an weiteren Stellen durch Pfosten abgestützt werden, damit sie nicht durchhängen. Dadurch ist ein freier Dachraum nicht möglich. Soll der Dachraum ausgebaut werden, können die Pfosten und Streben natürlich auch als Teil der Raumgestaltung gesehen werden. Dennoch bleibt ein Pfettendach mit Pfosten, Pfetten und Streben deutlich materialaufwendiger und damit meist teurer als ein Sparrendach. 



Hängewerk und Sprengwerk

Um besonders große Dachgrundrisse mit einer Pfettendachkonstruktion zu überwinden, ohne störende Pfosten im Dachraum zu haben, wird ein Sprengwerk gebaut. Die Lasten auf den Pfetten werden nicht durch Pfosten nach unten abgestützt, sondern durch schräg verlaufende Streben auf die Außenwände des Gebäudes übertragen. Bei normalen Einfamilienhäusern ist diese Konstruktion in der Regel nicht nötig. In Kirchen, großen Hallen oder Schäunen kann man dagegen oft Sprengwerksdächer sehen.

Beim Hängewerk werden die Lasten auf den Pfetten über schräge Streben in sogenannte Hängepfosten geleitet, die wiederum mit der Decke verbunden sind. So bilden Dachstuhl und Decke ein geschlossenes System, das sich selbst trägt. Damit ist es möglich, unterhalb der Decke einen komplett stützenfreien Raum zu haben. 



Das Flachdach

Das Flachdach entspricht eher einer Deckenkonstruktion und ist deshalb streng genommen keine Dachkonstruktion. Statt geneigten Sparren werden einfach waagerecht verlaufende Balken verlegt. Das Flachdach wird vor allem bei sehr hohen Gebäuden verwendet, da dabei kein zusätzlicher Dachaufbau nach oben ragt. Außerdem liegen keine störenden Schrägen vor, sodass der gesamte Raum im Gebäudeinneren effektiver genutzt werden kann. Flachdächer bieten zudem die Möglichkeit einer Dachbegrünung oder sogar einer Dachterrasse. Sie sind kostengünstiger als andere Dachkonstruktionen, da deutlich weniger Holz verwendet wird, der Aufbau relativ einfach ist und eine geringere Fläche eingedeckt werden muss. 

Bei Flachdächern ist jedoch die Abdichtung essentiell und muss penibel und korrekt ausgeführt werden. Eindringendes Wasser kann sonst schwerwiegende Schäden verursachen. Da das Wasser bei einem Flachdach nicht wie bei anderen Dachkonstruktionen über eine schräge Fläche ablaufen kann, dringt bei einer Undichtigkeit deutlich mehr Wasser ein als z.B. bei einem Satteldach.

Ein Überblick über die Dachkonstruktionen

Hier nochmal das Wichtigste zu den verschiededenen Dachkonstruktionen auf einen Blick:


Sparrendach

  • Sparrenpaare und Decke bilden ein statisch stabiles Dreieck

  • nur möglich bis zu einer maximalen Gebäudebreite von 8 Metern

  • Nur bei Dachneigungen zwischen 30° und 60° realisierbar

  • Gauben und Dachfenster nur eingeschränkt möglich

  • weniger Material und weniger Kosten als andere Dachkonstruktionen



Kehlsparrendach

  • Abwandlung des Sparrendaches

  • durch Kehlbalkenlage sind größere Gebäudebreiten möglich



Pfettendach

  • nahezu alle Dachformen, Dachneigungen und Grundrisse möglich

  • Gauben und Dachfenster können beliebig gebaut werden

  • mehr Material und höhere Kosten

  • Pfosten und Streben im Dachraum

  • als Hängewerk oder Sprengwerk könnten sehr große Flächen auch ohne Pfosten überwunden werden



Flachdach

  • waagerechte Fläche statt schräge Dachseiten

  • kostengünstig und schnell gebaut

  • keine störenden Schrägen in den Innenräumen

  • Abdichtung muss korrekt ausgeführt werden, da das Eindringen von Wasser hierbei eine größere Gefahr darstellt als bei schrägen Dächern

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